Am Sonntag konnten wir endlich unser Auto für die nächste Woche abholen. Zwar standen zwei Hundai Sonata V6 auf dem Parkplatz, doch leider hatten wir nicht das Glück, genau das gleiche Auto wie letztes Jahr zu bekommen. Stattdessen fahren wir jetzt einen dunkelblauen Flitzer, der uns auch gleich am ersten Tag nach Ontario bringen sollte.
Wir machten uns direkt von Hertz aus auf den Weg in Richtung Kingston, wo wir Lex besuchen wollten. Ohne die perfekt passende Musik und ohne Sonnenschein und kurze Klamotten war es natürlich nicht dasselbe Gefühl wie im Sommer 2007, aber dennoch war es cool, mal wieder über den canadischen Highway zu fahren, auch wenn der Highway innerhalb von Montréal sehr sehr baufällig aussieht und nicht gerade vertrauenserweckend aussieht. Auf unserem Weg nach Kingston mussten wir natürlich einen Stopp bei Tim Hortons einlegen, um auch ohne Sonnenschein Iced Cappuccino genießen zu können.
Um ca. 16 Uhr kamen wir dann bei Lex auf dem Gelände des Royal Military College an, auf dem wir uns aber nicht lange aufhielten. Zusammen waren wir dann Pizza essen, in der „Stadt“ und bald danach war es auch schon wieder Zeit für uns nach Hause zu fahren, denn es wurde dunkel und kalt und außerdem musste Lex ja am Montag früh (um 5 Uhr) wieder aufstehen, um fleißig ins College zu gehen.Auch wenn wir ein Navigationssystem haben, ist es hier in Montréal nicht gerade einfach, seinen Weg zu finden, jedenfalls nicht beim ersten Mal, denn die Highways und Autorouten sind sehr verwirrend und dank der fehlenden Ausschilderungen nicht gut überschaubar.
Trotzdem fanden wir den Weg nach Hause und waren nach unserem ersten Abenteuer fertig und wollten nur noch ins Bettchen.Zu Ikea verschlug es uns dann am Montag, damit wir ein paar Kleinigkeiten einkaufen konnten, die in Zaras neuem zu Hause einfach noch fehlten, so wie einen Spiegel, Wäscheständer, unzerbrochene Tassen und Gläser.
Natürlich mussten wir den obligatorischen Hot Dog essen, der in Canada allerdings überhaupt nicht so schmeckt, wie er es eigentlich sollte, weswegen wir dann eher noch mehr unseren Appetit anregten, als ihn zu stillen und so gönnten wir uns im Restaurant noch ein Menü, welches genau so unbefriedigend und nicht wirklich lecker war. Sehr enttäuschend!Um unsere Stimmung zu heben und auch das Appartment netter zu gestalten, fuhren wir dann noch in einen Dollarstore ganz in der Nähe Ikeas, um billige Weihnachtsdeko einzukaufen.
Wenigstens das Shoppen für die Atmosphäre zu Hause hat Spaß gemacht.
Nebenan befand sich noch ein Futureshop, in dem wir dann schon ein bisschen Weihnachten spielten und uns selbst ein bisschen beschenkten. Zara bekam ein Headset zur Qualitätserhöhung beim Skypen und ich kaufte mir endlich einen blauen iPod :)
Fast vollkommen glücklich machten wir dann noch am Supermarkt halt, wo wir uns einige Zutaten für einen Glühwein besorgten, damit die abendliche Weihnachtstimmung genau einen Monat vor Heilig Abend perfekt wird.
Nach Glühwein aus neuen Tassen und einiger Bastel- und Dekorierkunst, sah das Wohnzimmer wirklich weihnachtlichen gemütlich aus und so machten wir es uns noch zusammen mit Cedric bequem. Und als wir gerade in solch weihnachtlicher Vorstimmung waren, fing es doch tatsächlich an zu schneiden :)
Am nächsten Morgen mussten wir aufgrund des vielen Glühweins am Abend mal wieder etwas länger schlafen und trafen uns dann mit Dante und Julien, die gerade sowieso bei uns in der Gegend waren.
Nach ein paar Spielereien zu Hause machten wir uns dann auf den Weg, um Allison in ihrer Pause zum Lunch im Schwulenviertel Montréals zu treffen.
Später am Tag fuhren Zara und ich dann noch mit Dante und Julien zu Walmart, um die Gelegenheit zu nutzen, ein paar Vorräte einzukaufen, die man im Auto ja viel leichter transportieren kann.
Anschließend verbrachten wir den Abend in Point-Claire, wo dann auch Ben wieder dabei war, der den Tag im Kindergarten verbracht hatte.Zusammen hatten wir ein kleines Dinner bevor wir uns im Dunklen wieder über die gruseligen Autorouten nach Hause aufmachten.


Morgen sind wir mit Dante und Julien verabredet, um einen Trip nach Québec City zu machen. Hoffentlich liegt dort ein bisschen Schnee, denn hier ist schon wieder fast alles weggeschmolzen, aber auf der Straße wäre uns der Schnee gerade sowieso nicht allzu willkommen, denn wir haben das Auto ja zum Fahren und nicht zum Schleichen.
Komisch wie viel schneller Tage in Montréal vergehen, im Vergleich zu denen in Vancouver, aber das ist wahrscheinlich normal, wenn man den einen Tag eigentlich gar nicht kommen sehen mag, an dem man Abschied nehmen muss, auch wenn man sich andererseits auf ein Wiedersehen freut.
So machten wir es uns immer mal wieder im Wohnzimmer oder auf unserem Bett gemütlich und schauten DVD und tranken Tee.
Wir haben es erst gar nicht geglaubt, aber es scheint doch noch wahre Weihnachtsbäume in Canada zu geben.

Zusammen tranken wir endlich mal wieder richtigen Kaffee :) und erzählten von den letzten Erlebnissen. Zwischendurch mussten Sarah und ich natürlich auch super Spiele spielen und uns Zimmer und Flugzeuge zeigen lassen. Die beiden Jungs sind super süß und auch wenn ihr das auf den Fotos schon sehen könnt, in live könnte man sie wirklich nur knuddeln :)
Als wir dann alle hungrig wurden, machten wir uns dann wieder durch den Gruseltunnel auf den Weg zum Bus, der uns zu einem chinesischen Restaurant bringen sollte.
Jetzt sitzen wir wieder auf dem Sofa und freuen uns auf unser Auto, welches wir morgen abholen können und mit dem wir gleich erstmal einen Abstecher nach Kingston machen. In diesem Ort in Ontario geht Lex auf das Militärcollege, wo wir ihn auf einen Kaffee besuchen werden. Für nächste Woche haben wir auch schon ein paar Pläne geschmiedet, auf die wir uns freuen, bei denen wir aber eigentlich gar nicht wollen, dass sie näher rücken, denn das heißt, dass auch unser Abschied immer näher rückt! :(
Der Mittelplatz war nicht vergeben, weswegen wir uns es gemütlich machen konnten und beide ein bisschen dösen konnten.
Am Flughafen habe ich Zara sofort gefunden und wir sind uns in die Arme gehopst :)
Tja und jetzt sitzen wir im Wohnzimmer und hören unsere New York Lieder (Neeeeeeeeeew York, Rio, Tokyooooo…) und stimmen uns auf unsere späte Fahrt ein. Der Proviant ist gepackt, die Stadtkarte mit Sternchen, Kreuzen und Kreisen angemalt und wir wissen, wo unser Hostel ist und werden uns hoffentlich mal nicht verlaufen.
Damit mein Dinner auch etwas von „zu Hause“ hat, wollte ich Berliner Pfannkuchen machen, die man frittieren muss. Da Sherry aber keine Friteuse besitzt, habe ich im Internet viele Rezepte nachgelesen, bei denen Leute die Berliner in Öl gebacken haben. Bei den anderen hat es anscheinend auch wunderbar funktioniert.


Robbie, Sharon, Ryan, Darci, Mike, Kris, Dean, Sherly, Bernd und Sherry hat es jedenfalls gut geschmeckt und auch Kyden war glücklich.
Nachdem ich mich dann von allen recht früh verabschiedet habe, da nicht nur ich nach diesem komischen Tag nur noch ins Bett wollte, musste ich dann aber doch noch jemandem diese Geschichte erzählen, denn nachdem der „Stress“ vorbei war, fing ich gleich wieder an zu heulen. Zum Glück war meine liebste Schwester noch was und so konnte ich wenigstens ein bisschen loswerden.
Leider verpasste ich den Anschlussbus um genau 10 Minuten, sodass ich genau 1 Stunde auf den nächsten Bus warten musste, der mich dann aber zu Fähre brachte.
Diesmal war es sogar eine andere, größere Fähre, die nach Swartz Bay fuhr und somit gab es nicht viel Zugang zu den oberen Decks, was bei dem Wind aber auch nicht so schlimm war.
Auch im Bus der mich in Richtung Farm brachte, waren die Fenster so beschlagen, dass man auch hier nichts von der Landschaft sehen konnte. Vom Bus bin ich dann wieder zur Farm gelaufen, diesmal hab ich aber den kürzeren Weg genommen, auch wenn ich diesmal nicht so viel und auch nicht so schweres Gepäck dabei hatte, war das viel angenehmer.
Die Sonne kam richtig schön zum Vorschein als wir wieder auf der Farm ankamen. So machten wir eine kleine Pause, um die Sonne zu genießen und ich lief ein bisschen über die Farm, um mir einige Pferde anzusehen.
Abends saßen wir wieder zusammen und aßen Pizza. Eine indische Helferin der Farm kam dann noch auf ein paar Drinks zu uns ins Haus. Ich hatte schon die Hoffnung, dass wir aufgrund von CJs Anwesenheit das Thema eher auf eine Basis bringen können, auf der ich auch mitreden kann, aber das war zu viel verlangt und ich durfte mir wieder tolle Pferdegeschichten anhören.
Deswegen machte ich mich dann auch bald von meiner Gesellschaft los, um noch ein wenig allein durch die Straßen zu schlendern, bevor ich mich auf den Heimweg machen wollte.
Ich nahm die nächste Fähre nach Tsawwassen und nach der Wartezeit in dem BC Ferry Gebäude ist mit gar nicht aufgefallen, dass es schon so dunkel wird um 17.30h.
So konnte ich auch auf der Rückfahrt nicht wirklich viel von der Meereslandschaft sehen und ich verkroch mich wieder mit meinem Buch in einen Sessel am Fenster.
Also ihr seht, mein letzte Aufenthalt in Victoria war doch schöner als dieser, aber dennoch nett. Heute und morgen laufen alle Vorbereitungen für meine Reise nach Montreal!
Leider war es wieder sehr bedeckt und die Wolken versperrten der Sonne das Durchkommen, trotzdem war nicht wirklich kalt und solange man in Bewegung blieb auch auf der Brücke kein Problem.
Ich schlenderte noch den halben Tag durch die Straße und setzte mich immer mal wieder irgendwo hin, um einfach nur die Leute um mich herum zu beobachten, was überall auf der Welt Spaß macht!
Von der 80%ig chinesischen Bevölkerung Richmonds hab ich überhaupt nichts mitbekommen, sondern schlenderte zusammen mit Sherry mal wieder durch Möbel- und Dekorationsläden.
Bevor wir wieder nach Vancouver fuhren, kaufte Sherry doch tatsächlich noch einen Weihnachtsbaum. Und nein, er kann nicht bis Weihnachten eingehen, denn er ist aus Plastik!
So ganz ohne Autos und Plastik, mit einfach nur dem Blick über die Stadt, aber ganz ohne Geräusche. Wären die Wolken mal wieder nicht gewesen, hätte das ein richtig perfekter Spaziergang sein können, aber es war trotzdem sehr schön und wieder einmal war ich verzaubert von der herbstlichen Farbenpracht:) 
Ich war ehrlich gesagt auch ein bisschen aufgeregt, denn alleine in einem sehr stillen Gebäude mit dem kleinen Knirps war ich ja nun auch noch nie. Aber er war sehr artig, wachte zwar nach 3 Minuten auf, aber mit dem Fläschchen und dem Herumschieben und –tragen, fühlte er sich mit mir sehr wohl.
Spontan machte ich mich dann recht bald wieder auf, um mit Sherry ins Kino zu gehen. Leider wurde unser Film ausgerechnet heute nicht gespielt, da eine Sondervorstellung gezeigt wurde. So mussten wir uns schnell umentscheiden und sahen einen französischen Film, der für mich irgendwie kompliziert zu verstehen war, denn ich verstand Fetzen des gesprochenen Französischs, kam aber zum Teil nicht ganz mit den englischen Untertiteln hinterher. Aber alles in allem war es ein guter Film, den man aber nicht unbedingt sehen muss.